Schlaganfall – Wie alles begann

Es war Montag, der 17.3.1986, morgens um 6 Uhr.

Mein Mann (damals 43 Jahre alt) arbeitete bei der Stadt Emden als Gärtner.

An diesem Tag hatte unsere älteste Tochter ihren 20. Geburtstag. Sie hatte schon eine eigene Wohnung, wie auch unser ältester Sohn von 21 Jahren.

Unsere 11- jährigen Zwillinge wohnten noch bei uns zu Hause und weil sie an diesem Tag erst später zur Schule mussten, sagte mein Mann beim morgendlichen Aufstehen zu mir: „Du kannst ja noch liegen bleiben, ich mache mir heute das Frühstück selber". Ich konnte aber nicht mehr schlafen, ich war irgendwie so unruhig und ging dann die Treppe hinunter in unsere Küche. Dort stand mein Mann am Tisch und hielt sich fest und auf die Frage, was denn los sei, bekam ich zur Antwort: „Mir ist so schlecht". Ich half meinem Mann ins angrenzende Esszimmer, wo er sich dann auf das Sofa setzte. Ehe mein Mann dann auf dem Sofa zur Seite fiel, konnte er mir noch über Lähmungserscheinungen in der rechten Körperhälfte berichten. Ich lief in das Wohnzimmer, um nach einem Arzt bzw. nach einem Krankenwagen zu telefonieren. Unser Hausarzt hatte Urlaub und deshalb rief ich einen anderen Arzt an, aber da meldete sich nur der Anrufbeantworter und verwies auf das DRK und den zuständigen Bereitschaftsarzt. Als ich endlich den Rettungsdienst am Telefon hatte, wurde ich um Geduld gebeten und der Hörer wurde zur Seite gelegt, dann meldete sich die Stimme zurück. Ich schilderte dem Rettungssanitäter den Zustand meines Mannes und bat um rasche Hilfe. Doch am anderen Ende der Leitung kam nur ein knapper Hinweis, ich solle doch unseren Hausarzt anrufen. Als ich antwortete, der sei verreist, wurde mir gesagt, es gäbe ja noch andere Ärzte und ich solle bis 7 Uhr warten, dann könnte ich ja einen erreichen. Daraufhin rief ich dann den „Verein für Rettungsdienst, Krankentransport und soziale Hilfsdienste e.V." an. Der kam dann schließlich und brachte meinen Mann ins Krankenhaus. Er kam sofort auf die Intensivstation, wo die Ärzte einen Gehirnschlag diagnostizierten. Ich musste das Schlimmste befürchten. Wäre der Krankenwagen früher gekommen, hätte man das Schlimmste verhindern können, denn die ersten Minuten zählen. Die Ärzte machten mir keine Hoffnung mehr, mein Mann lag dann 14 Tage im Koma und ich wusste nicht, ob er je wieder aufwachen würde. Als er dann endlich aus dem Koma erwachte, brachte man ihn auf ein Einzelzimmer, er wurde künstlich ernährt. So oft ich konnte, war ich bei ihm, hab mit ihm geredet, ihn gestreichelt, aber er erkannte mich und unsere Kinder nicht. Das war bitter für uns alle. Aber mein Mann kämpfte und nach einiger Zeit kam dann auch sein Gedächtnis wieder, er hatte vieles vergessen und er musste sein Gedächtnis trainieren. Eine halbseitige Lähmung war als Behinderung zurückgeblieben. Er kam dann in eine Reha-Klinik, wo er wieder alles neu lernen musste: das Sprechen, das Gehen - also alles, was er vor dem Gehirnschlag konnte, aber die rechte Körperhälfte blieb gelähmt. Es dauerte sehr lange, bis er sich so einigermaßen erholt hatte und ich wundere mich heute, wie gut er trotz seiner Behinderung zurecht kommt.

Aber das Leid sollte noch weiter gehen: Mein Mann hatte gerade wieder gehen gelernt, als er auf dem Weg zur wöchentlichen Gymnastik über einen Efeustrauch stolperte und sich den Oberschenkelhals brach. Das musste operiert werden, man setzte meinem Mann Titan - Platten in den Oberschenkel, um den zu stabilisieren. Da musste er wieder in die Reha und wieder laufen lernen. Dieses Mal ging das mit dem Gehen aber nicht mehr so gut. Es kam immer wieder etwas Neues hinzu, so wurde z.B. eine Schmerzpumpe (Dauerschmerzen im rechten Bein) implantiert und dann folgte noch eine schwere Darmoperation, aber mein Mann lässt sich nicht unterkriegen und kämpft weiter.

Da seine rechte Hälfte ja gelähmt ist und er auch nicht so gut laufen kann, hat er vor ein paar Jahren einen Elektro - Rollstuhl bekommen, so ist er jedenfalls mobil und kann am Leben wieder teilnehmen.

Eines habe ich dadurch erfahren, dass man da wieder sehen kann , was deine wahren Freunde sind. Die meisten haben sich von uns abgewandt und haben sich nicht mehr gemeldet. Aber die wahren Freunde stehen uns heute noch bei und lassen uns nicht im Stich, sie helfen uns, wo wir alleine nicht weiter können.

Ich danke Gott, dass er mir meinen Mann zurückgegeben hat, wir haben zusammen gekämpft und sind mittlerweile auch schon 43 Jahre verheiratet.

 

 

Die Symtome eines Schlaganfalls !

Jede Minute zählt: Jeder Schlaganfall ist ein Notfall!
Symptome erkennen und richtig handeln.

Ein Schlaganfall äußert sich häufig durch folgende plötzlich einsetzende Symptome:

Lähmungs- und/oder Taubheitsgefühl
 

Lähmungs- und/oder Taubheitsgefühl
Stellen Sie bei sich oder anderen eine plötzlich eintretende Lähmungserscheinung auf einer Körperseite fest, kann es sich um ein Symptom für einen Schlaganfall handeln.

Auch ein gestörtes Berührungsempfinden, wie z. B. bei einem eingeschlafenen Fuß, kann auf einen Schlaganfall hinweisen.

Bei einigen Betroffenen stellt sich ein Pelzigkeitsgefühl auf einer Körperseite ein. Häufig sind Gesicht, Arm und Hand stärker betroffen. Ein typisches Merkmal ist beispielsweise ein heruntergezogener Mundwinkel.

 
Sehstörung
 

Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder
Ein Schlaganfall kann auch mit Symptomen zusammenhängen, die das Sehen beeinträchtigen.

Tritt plötzlich eine Einschränkung des Gesichtsfeldes ein, wird der Betroffene beispielsweise Gegenständen und Menschen, die sich auf seiner linken Körperseite befinden, keinerlei Aufmerksamkeit mehr schenken.

Auch Störungen des räumlichen Denkens können die Folge eines Schlaganfalls sein. Der Betroffene wird sich in diesem Fall in einem ihm vertrauten Umfeld unsicher fühlen und nicht mehr orientieren können.

Auch Doppelbilder können auf einen Schlaganfall hinweisen. Betroffene sehen Gegenständige überlappend und fassen beispielsweise beim Griff nach der Kaffeetasse daneben. Auch kommt es den Betroffenen möglicherweise so vor, als schauten sie durch eine beschlagene Brille.

 
Sprachstörungen, Sprachverständnisstörungen  

Sprach- und/oder Sprachverständnisstörungen
Sprachstörungen können sich in leichteren Fällen als stockende, abgehackte Sprache äußern, aber auch das Verdrehen von Silben oder Verwenden von falschen Buchstaben beinhalten. Der Betroffene kommuniziert mit seiner Umwelt im Telegrammstil, hat eine verwaschene oder lallende Sprache. In seltenen Fällen kann er gar nicht mehr sprechen.

Bei einigen Betroffenen kommt es zu Sprachverständnisstörungen. Dies bedeutet, der Betroffene kann durch die Fehlfunktion im Gehirn nicht mehr verstehen, was man ihm sagt.

Das sollten Sie im Notfall tun!

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss schnell gehandelt werden. Denn: Durch rasches Handeln und dementsprechend frühen Beginn der Therapie können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet und Folgekomplikationen gemindert werden. Die geistigen und körperlichen Folgen des Schlaganfalls werden dadurch begrenzt oder vollständig vermieden.

Tritt ein Schlaganfall auf, zählt jede Minute. Ein möglicherweise lebensbedrohlicher Notfall liegt vor. Wählen Sie sofort Notruf 112 und melden der Rettungsleitstelle: „Verdacht auf Schlaganfall“.